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“Ihr seid’s ja bocknarrisch!”

Die Ankündigung im Tourenprogramm für die 3-Tages-Tour im 3-Ländereck konnte abschreckender nicht sein: ” Kondition: extrem – Dauer: >12h täglich- nur wenige Pausen möglich – 7600hm – sehr hoher Trailanteil (S3) – kein Gepäcktransport”.

Dennoch ließen es sich 8 unerschrockene Trailrider nicht nehmen, sich von Quirin und Markus durch die Region um Reschensee, Livigno und Ortler führen zu lassen. Und die Strapazen lohnten sich. Es waren nahezu 3 perfekte Bike-Tage!

Wir starteten in Nauders und fuhren die erste Etappe der diesjährigen Transalp-Challenge nach. Über 3000hm und 96km! Abfahrt: 7.00 Uhr s.t.! Schon nach der ersten Bergankunft ließen unsere Guides ihr stringentes Zeitmanagement durchblicken. “Steffi, wir sind hier nicht auf Damentour” mahnte Quirin mit strengem Blick auf einen entleerten Rucksack. Wir lernten die ersten ausgewiesenen “3-Länder-Trails” kennen -Wanderer verboten!-  und radelten an Panzersperren und Bunkern aus dem 1. Weltkrieg zum Reschensee runter. Es folgte ein 1300hm langer Anstieg hinauf ins Val Mora. Meterhohe Blumenwiesen – wunderschön, aber nichts für unsere Allergiker.Eine Hitzeschlacht bei bis zu 38 Grad -Markus legte sich zur Abkühlung mit kompletter Montur in einen Bach. Bei einer doch kurzen Mittagspause mit Blick auf an einem Pool liegende Hotelgäste hinterfragten wir unser Freizeitverhalten.

Aber wir machten das Richtige! Eine atemberaubende Bergkulisse und eine super Abfahrt entschädigten uns. Und dann dieser Kontrast: auf dem Passo Trela in 2300m Höhe mussten wir Schneefelder überqueren und sanken bis zum Knie ein. Die perfekte Eistonne für unsere geschundenen Waden. Glücklich in Livigno angekommen, waren wir alle platt.

Der viele Schnee machten Pedenolo und Goldseetrail unmöglich. Für Tag 2 musste umgeplant werden. Dafür bekamen wir jede Menge “Airtime” im Mottolino Bikepark, den wir dank der noch geschlossenen Lifte für uns allein hatten. Noch völlig berauscht kurbelten wir im Kampf mit vielen E-Bikern um die beste Linie das steile Val di Alpisella rauf, um nach der Querung entlang der Stauseen die Herausforderung des Tages anzugreifen: die Passstraße hoch zum Stilfserjoch auf 2758m ü.NN. 35 Kehren und jede Menge Motorradfahrer – Ohrstöpsel gehören künftig auf die Packliste! Wir kämpften alle. Nur unser gelgedopter Guide Markus flog förmlich plötzlich an allen vorbei ( ” ich fühle mich irgendwie total high”). Auf den anspruchsvollen Trails mit vielen Spitzkehren hinunter ins Vinschgau hieß es nochmals “högschde Konzentration”, um pünktlich zum EM-Spiel von Jogis Jungs in Laatsch zu sein. ( Christian wurde erst eine Woche später aufgeklärt, dass es sich nicht um das 40 km entfernte Latsch mit einem a handelt, wo wir 14 Tage zuvor die Trailtage verbrachten!)

An Tag 3 hatten wir schon um 10.30 Uhr 1300hm in den Beinen, jede Menge Trailspaß oberhalb des Reschensees und unsere Mittagspause in der Schönebenhütte. Die Küche war noch zu, aber es gab immerhin Kaiserschmarren. “Ihr seid’s ja bocknarrisch” meinte die Bedienung, als wir 10 davon haben wollten. Die Gruppe war nicht nur auf dem Rad sehr homogen. Gut gestärkt nahmen wir die letzten 700hm in Angriff und wurden zum Abschluss mit dem 3-Länder-Trail verwöhnt, der einem jeden von uns ein breites Grinsen ins Gesicht trieb und Freudenlaute durch den Wald hallen ließ.

Wir waren glücklich und ohne nennenswerten Stürze angekommen! Im Namen von Steffi, Meike, Marie, Peter Sauerwein, Christian, dem super kämpfenden Tommy,Maxi und mir ein herzliches Dankeschön an unsere Guides für die Planung, Orga, ein perfektes Guiding und 3 unvergessliche Tage!

Euer Michi