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Wow auf Mini-Transalp

Die Wow (= Women on Wheels, oder Wilmas oide Weiber), genauer gesagt elf Vertreterinnen der Frauenfraktion der Trailrider waren wieder mal unterwegs und haben diesmal am nahe gelegenen Alpenhauptkamm für Aufsehen gesorgt.

Die Tour begann mit Hiobsbotschaften: Starkregen und Murenabgänge im Zillertal, übergelaufene Bäche und Straßensperrungen am Brenner, Schneefallgrenze auf 2100 müM gefallen, Ankündigung weiterer, andauernder Regenfälle ….

Das sind nicht gerade die Nachrichten, die frau gerne hört während sie gerade ihren Transalp-Rucksack packt. Sie überlegt dabei nicht etwa, was sie mitnehmen muss, sondern auf wie viel sie verzichten kann ohne das eigene Überleben zu gefährden. Aus eigener Erfahrung kann ich allen mitlesenden Männern versichern, dass die Aussicht auf Nässe und Frieren schwerer wiegt als die Daunenjacken, Wollshirts und Mützen, die dann den Weg in Rucksäcke von Frauen finden 🙂

Den ersten Tag kürzten wir ab und erreichten unser Ziel (Lanersbach) nicht über das Geiseljoch, sondern “außenrum” durchs Zillertal. Nass wurden wir am Ende trotzdem (und wie!!), aber es war sicher wärmer so. Und wir müssen uns (und euch) ja nix beweisen, gell??

Was dann folgte waren 3 absolute Genusstage:

Am Tuxer Joch wurde uns die Schau noch gestohlen von einer Traktoren-Rallye, bei denen die hochgeschnauften Traktor-Oldtimer sogar noch älter waren als wir Trailriderinnen (stimmt doch, oder?, sagt JA, bitte!!!). Aber von dort an waren uns die bewundernden Blicke sicher und die Trails waren unser:

Zunächst ging´s am Donnerstag über den 2019 hergerichteten Trail vom Tuxer Joch nach Kasern: 65 Kehren auf einer Abfahrt. Alle fahrbar 🙂 Perfekt zum Einfahren.

Dann am Freitag zunächst über den Höhen-Pfad vom Portjoch zum Sandjoch (Brenner Grenzkamm) und über einen Trail nach Gossensass.

Und schließlich am Samstag die Abfahrt vom Pfitscher Joch zum Schlegeis-Speicher.

Wer berab fahren will, der muss zuvor irgendwie raufkommen. Und wie immer haben wir das trotz heftigem Schwitzen mit großer Würde geschafft 🙂 Ohne Elektro-Unterstützung. Und teilweise sogar mit dem Fahrrad auf den Schultern.

Wanderer begegneten uns größtenteils mit Freundlichkeit und sehr respektvoll. Einige erkannten uns dann in der Sterzinger Fußgängerzone (trotz Mund-Nasen-Schutz) wieder, um uns nochmal zu sagen, wie toll sie das finden, was wir tun. Eine vorübergehende Frau fragte nach dem Veranstalter (“sowas will ich schon lange mal machen”). Auf der Abfahrt vom Pfitscher Joch ließen uns Radler (zugegeben mit Hardtail) passieren (“ihr fahrt mehr und schneller”) und überall wurden wir wiedererkannt (Kunststück, 11 schnatternde Frauen auf dem Fahrrad).

Kurz gesagt: Eine der seltenen Gelegenheiten für Frauen Ü50, mal so richtig zu punkten 🙂

Na ja, der Ausspruch eines Teenies: “Da kommen die Radel-Omis wieder” hätte jetzt nicht sein müssen und stimmt im übrigen auch gar nicht: Es war nur eine richtige Oma dabei 😉

Am letzten Tag, dem Sonntag, war dann die Wettervorhersage wie am ersten Tag, aber diesmal trauten wir uns trotzdem über den Berg. Und wir hatten Glück: Das Geiseljoch erreichten wir trocken und erst ab der Weidener Hütte fing es so richtig an zu schütten. Das Sidanjoch fahren wir dann ein anderes Mal. Versprochen!

Wir hatten eine tolle Zeit, sind ohne jeglichen Konflikt über die Runden gekommen und erkannten wieder mal, dass wir in den letzten Jahren ganz schön viel dazugelernt haben und dass Gemeinschaft ganz schön weit trägt.

(… sogar Hollersirup … auch wenn das wirklich nicht hätte sein müssen … Gunter, ich hoffe Du genießt ihn …)

Bis bald am Fahrrad

Eure Wilma

4 Gedanken zu „Wow auf Mini-Transalp“

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