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Stoneman Glaciara 2019

Written by Christoph 🙂

Hoch über dem Rhône-Tal thront er – der mächtigste Alpen-Gletscher und Ziel unserer “Challenge” Stoneman Glaciara: König Aletsch! 11 Mutige haben sich auf den Weg gemacht, um an ihre Grenzen zu gehen und zu sehen wie die geschätzten 27 Milliarden Tonnen Eis in echt aussehen: gigantisch! Die Tour – von uns im Halbverrückt-Modus “Silber” in zwei Tagen abzufahren, bedeutete 4700 hm rauf zu kurbeln und – natürlich auch wieder runter zu möbeln – aletsch mich doch am Zückerli! 4700 m Downhill – das ist was für die Trailrider!!

Aber langsam meine Leser – beginnen wir in Tölz, einem kleinen Dorf am Rande der Alpen. Die 11 Mutigen sortieren sich zur Reise – nicht immer ganz evident, denn wo auf der Welt wird der schlechteste Beifahrer zum Fahrer gemacht? Doch auf dem langen kurvigen Weg sollte sich dann herausstellen, dass in dessen Wagen noch einer saß dem der Titel gebührt hätte – die fahlgrüne Gesichtsfarbe nach der 13. Furka-Pass-Kurve verriet: zurück geht’s mit der Bahn – nein? Doch! Aber nur ein Stückchen: 27 Franken für 27 Kehren. Doch die Velos wurden ja erst nach einem fröhlichen Abendessen tags darauf bestiegen. Freitagmorgen: es geht los! Doch ojeh: eine Horde wildgewordener Trailrunner – ULTRAS! – wollten den Trailridern zeigen, dass es zu Fuß auch ganz nett ist – wir konnten das nicht glauben, zumal der (die) ein oder andere von denen scheinbar ganz schön die Hosen voll hatte… 😉 Aber hier dürfen wir die Schweizer wirklich loben: das Miteinander am Berg funktioniert – Rücksicht ist eine Selbstverständlichkeit!

Nach einigen Kilometern Auf und Ab wartete der erste lange Anstieg auf die Fiescheralp. Die geschlossene 11er-Formation verlangte einen Taktikwechsel: hier war die Guerilla-Methode “Einzelkämpfer” angesagt. Doch die Feinde haben das durchschaut und gewartet bis die Mannschaft sich oben auf einer Terrasse wieder gesammelt hatte – dann kam der Angriff: ein Treffer auf Steffis Haupt, ein Körperklatscher für Michi – der blanke Hitchkock’sche Horror: die Vögel! Doch die 11 Mutigen konnten sich mit roten Schilden schützen und den Teufels-Dohlen durch einen Tunnel entkommen, der sie im mystischen Märjela zu Füssen König Aletschs förmlich ausspuckte. Der kurze Hike zum Gletscher sollte aber bald noch getoppt werden: die Trailrunde Unners Tälli haben wir aufgesaugt: eine Landschaft wie im Märchen und ein Weg der den “Fox Rhythm” als Begleitmusik für unsere Federgabeln spielte. Wahnsinn! Da hat sogar der Walter einen Moment vergessen, dass sein Bike staubig war! Und wie konnte es da anders sein, als dass der Herr der Herberge persönlich die 11 Mutigen auf der Riederalp empfing um zum köstlichen Dinner zu laden!? Nur die Nachtruhe ward für einen Moment gestört, als übles Gesinde sich nächtens einfand – doch einer der 11 Mutigen hat sie vertrieben mit Geschrei, das entsetzlicher war als das ihre.


Tag zwei: die Bestimmung des Trailriders lag vor uns: Asphalt – äh ja, aber nur wenige Meter und dann Trails, Trails, Trails! Dank der famosen Planung unserer Guides Wilma und Peter konnten wir einige banale Schotterpisten durch “richtige” Downhill-Passagen ersetzen und ins Tal rauschen. Und dann stand er uns bevor: der Anstieg der Anstiege: von Grengiols auf den Breithornpass 1500 hm am Stück mit 10 – 18 % Steigung. Hier musste jeder für sich beweisen, dass er ein Herz aus Stein hat – ein “Stoneman” ist (sorry Ladies: “Stonegirl” klingt einfach “Sch…” – aber ihr seht das sicher nicht so eng :)). Und so kann man sagen: jeder der dort oben angekommen ist verdient Respekt: die Schnellsten sowieso: Christian, Stefan, Peter – aber auch alle anderen! Bleibt ein Warnruf an die Statistik-Leader: “Zieht euch warm an – Wilma is back on track!” Platz 1 ist wieder offen!! 😉 Dann war da noch der Schenk’sche Schlenker als ob der Stoneman nicht schon genug fordern würde: wir nehmen noch einen Gipfel extra mit: das (kleine) Breithorn war eine Super-Idee: hier bekamen wir auch am zweiten Tag ordentlich Panorama auf’s Auge – und wieder: Trails, Trails, Trails

Tag drei: Zu schade zum Heimfahren, also brechen wir nochmal auf, den Grimsel checken. 800 hm rauf und dann nur noch Downhill – doch wie Tommy so schön bemerkt hat: “Wenn’s in der Schweiz heisst, es geht nur noch runter, hast du gleich ‘mal 200 Höhenmeter drauf”. Ja – aber die waren schwer in Ordnung – Terrain für Nobby Nic & Co. und Luca, der quasi wieder alles fahren musste – denn Schieben ist ja anstrengender ;). Belohnung: schon wieder 1000 Downhill-hm! 11 Mutige auf dem Weg ins Tal – diesmal mit mehr Wehmut als Mut, den Stollen nochmal Trail geben und dann Richtung Heimat… Wallis – es war eine Reise Wert!

Ehrungen (Ladies first, dann die Jugend):

1) Wilma: Chapeau! Nicht klein zu kriegen und wieder auf der Piste – mit Punch wie eh und je! Gratulation! Ein Herz aus Stahl (Stone go home…) – wir alle freuen uns für Dich, dass Du wieder so fit bist!

2) Steffi: wenn wir den Männervorteil rausrechnen: im Downhill nicht zu schlagen und aufwärts Rakete – echtes Stonegirl (ich weiß – klingt “Sch…” – ist aber so)!

3) Luca: Gratulation: Stoneman gepackt – und dann auch noch so! Uphill-Challenger der Tour! Und Downhill der Hammer – wo soll das noch hinführen (Papa wird’s mulmig 🙂 )?!

4) Gunther: Du hast’s geahnt, dass Du nicht vorne mitfährst, hast aber mutig Dein Ross bestiegen und bist in den Kampf gezogen! Respekt! Du hast nicht aufgegeben und bist mit uns durch dick und dünn geritten! Gimme five! Ein Stoneman!

5) Michi: der Allrounder: besonnen bergauf, damit’s runter ordentlich kesselt – trailsicher wie immer! Cool!

6) Christian: Marathon-Man der Tour! Bergauf quasi nicht überholbar (wir wissen: Du kannst dreimal soviel 😉 )!

7) Walter: unser Gipfel-Erklärer auf Metallic-Lackierung: nur nicht so schnell runter, das kostet Bremsbelag, aber rauf zack, zack – vielleicht wartet oben ‘ne schnuckelige Blondine?

8) Stefan: Understatestoneman: nie über seine Verhältnisse fahren – auch Schotter ist Downhill – aber fehlerfrei und stylisch – und bergauf auch ohne Pause der Hammer – wo nimmst Du die Energie her?

9) Tommy: Downhill-Checker: schneller als das Material erlaubt – aber sicher wie die Zahnradbahn! Auch wenn Dir runter lieber ist – Du hast nach oben gefunden und den Downhill sicher mehr genossen als alle anderen! Chakka – neuer Bergaufrekord! Gratulation!

10) Peter: wer hat’s erfunden? Danke für’s Mitnehmen! Wir sind gerne in Deinem Windschatten gefahren, haben den Staub vom Leader inhaliert, wussten, dass Du die besten Wege vorausfährst, die coolsten Extra-Trails ausgecheckt hast! Und die Performance? Stoneman Plus! Rauf – runter – wurscht…

11) meiner einer: unverletzt, 1 Platten, sonst alles roger… 🙂

P.S.: 900 km Autofahrt für drei Bike-Tage ist nicht gerade vorbildlich. Wir ziehen uns die Löffel lang, beten, dass die Menschheit den Klimawandel trotzdem noch stoppen kann, König Aletsch dann noch ein langes Leben hat und fahren jetzt öfter ‘mal Blomberg…

Christoph

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